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Wer kommt für eine bariatrische Operation infrage: BMI-Kriterien, Kontraindikationen und Untersuchungen

Die bariatrische Chirurgie gehört zu den wirksamsten Behandlungen bei schwerer Adipositas, ist aber nicht für jeden geeignet. Chirurgen berücksichtigen den BMI, gewichtsbedingte Erkrankungen, frühere Abnehmversuche, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Bereitschaft zu lebenslangen Veränderungen. Dieser Artikel erklärt die aktuellen internationalen Kriterien, Gründe für einen Aufschub oder eine Ablehnung, die nötigen Voruntersuchungen und die Wahl der Operation.

Redaktion von City Medical CentreAktualisiert 6 Min. Lesezeit

Wer für eine bariatrische Operation infrage kommt: die kurze Antwort

Eine bariatrische Operation kommt für Erwachsene infrage, deren Adipositas ausgeprägt ist oder bereits ihre Gesundheit schädigt und die mit Ernährung, Bewegung und medikamentöser Behandlung kein dauerhaftes Ergebnis erreicht haben. Die Entscheidung beruht nie allein auf dem Gewicht.

Der Chirurg betrachtet vier Punkte gemeinsam:

Sprechen die meisten dieser Punkte für eine Operation, folgt als Nächstes eine vollständige Untersuchung. Die endgültige Antwort geben danach der Chirurg und das Team, nicht ein Rechner.

BMI-Kriterien in internationalen Leitlinien

Der BMI ist das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Er ist ein grobes Screening-Instrument: Er zeigt nicht, wo das Fett sitzt oder wie gesund der Stoffwechsel ist, hilft aber, Patienten in Gruppen einzuteilen.

2022 haben die American Society for Metabolic and Bariatric Surgery (ASMBS) und die International Federation for the Surgery of Obesity and Metabolic Disorders (IFSO) die langjährigen Kriterien überarbeitet und die Grenzwerte gesenkt. Viele nationale Gesundheitssysteme und Kliniken verwenden weiterhin die älteren, strengeren Grenzen. In der Praxis werden beide berücksichtigt:

BMI, kg/m²Leitlinie ASMBS/IFSO 2022Ältere, weiterhin verbreitete Kriterien
40 und mehrOperation empfohlenOperation erwogen, auch ohne weitere Erkrankungen
35 bis 39,9Operation empfohlen, mit oder ohne BegleiterkrankungenErwogen bei einer schweren gewichtsbedingten Erkrankung
30 bis 34,9Empfohlen bei Typ-2-Diabetes; erwogen, wenn die nicht operative Behandlung nicht gewirkt hatIn der Regel nicht erwogen, außer in ausgewählten Fällen
27,5 bis 29,9 (Menschen asiatischer Herkunft)Kann erwogen werden, da die Gesundheitsrisiken schon bei niedrigerem BMI beginnenIn der Regel nicht erwogen

Ein Wert in dieser Tabelle ist ein Anlass für ein Gespräch mit dem Chirurgen, kein automatisches Ja. Auf unserer Seite zur bariatrischen Chirurgie beschreibt die Klinik denselben Ansatz: Eine Operation ist in der Regel ab einem BMI über 40 gerechtfertigt oder über 35 bei schweren Begleiterkrankungen, niedrigere Werte werden individuell besprochen.

Begleiterkrankungen, die für eine Operation sprechen

Übergewicht kommt selten allein. Wenn ein Arzt eine Erkrankung mit der Adipositas in Verbindung bringt und eine Besserung durch Gewichtsabnahme erwartet, spricht das für eine Operation. Am häufigsten sind:

Eine Besserung dieser Erkrankungen nach der Operation ist häufig, aber nicht garantiert und von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb gehen die regelmäßigen Kontrollen auch nach dem Eingriff weiter.

Wann von einer Operation abgeraten wird: Kontraindikationen

Manche Situationen schließen eine Operation aus, andere bedeuten, dass sie warten muss, bis das Problem behandelt ist. Der Chirurg wägt jeden Fall ab, doch das sind die üblichen Gründe für ein Nein oder ein Noch-nicht:

Viele dieser Gründe sind vorübergehend. Nach einer Behandlung, einer Stabilisierung oder dem Ende der Stillzeit kann die Frage einer Operation erneut gestellt werden.

Untersuchungen vor der Operation

Eine vollständige Voruntersuchung hat zwei Ziele: sicherzustellen, dass die Operation sicher ist, und den passenden Eingriff zu wählen. Die genaue Liste hängt von Ihrer Gesundheit ab, umfasst aber in der Regel:

Bereits vorhandene Befunde können Sie vorab schicken, das verkürzt diese Phase oft. Das Team sagt Ihnen, welche Untersuchungen noch fehlen.

Psychische Bereitschaft und das Leben nach der Operation

Eine bariatrische Operation verändert die Größe des Magens und manchmal den Weg der Nahrung, aber sie ändert Gewohnheiten nicht von selbst. Das Langzeitergebnis hängt weitgehend davon ab, was nach der Entlassung geschieht. Deshalb wird die Bereitschaft ebenso sorgfältig beurteilt wie die körperliche Gesundheit.

Bevor Sie einer Operation zustimmen, lohnt es sich, ehrlich zu prüfen, ob Sie diese Verpflichtungen eingehen können:

Die schnelle Gewichtsabnahme bringt auch emotionale Veränderungen mit sich. Manche Menschen brauchen Unterstützung bei emotionalem Essen oder beim Körperbild, und darum zu bitten gehört zur normalen Versorgung und ist kein Zeichen des Scheiterns.

Wie der Chirurg die Operation auswählt

Steht fest, dass ein Patient infrage kommt, stellt sich die Frage nach der Operation. Der Chirurg berücksichtigt BMI, Diabetes und dessen Dauer, Reflux, frühere Bauchoperationen, Essgewohnheiten und die Bereitschaft zu lebenslanger Nahrungsergänzung. Im City Medical Centre sind die wichtigsten Optionen:

Schlauchmagen und Bypass vergleichen wir ausführlich in einem eigenen Artikel. Wichtig ist hier: Es gibt nicht die eine beste Operation, das Verfahren wird nach der Untersuchung für den einzelnen Patienten gewählt.

Beratung im City Medical Centre

Das City Medical Centre betreut internationale Patienten. Die erste Beratung ist kostenlos und kann online stattfinden: Teilen Sie uns Größe, Gewicht, Gewichtsverlauf, behandelte Erkrankungen und bereits vorhandene Befunde mit. Der Chirurg beurteilt, ob eine bariatrische Operation für Sie geeignet ist, welches Verfahren zu Ihrem Fall passt und welche Vorbereitung nötig ist, und nennt die Kosten, die anschließend im Vertrag festgehalten werden. Ein persönlicher Koordinator begleitet Sie von der ersten Nachricht bis zum Ende der Genesung, und Unterlagen sowie Fragen können Sie per WhatsApp senden. Mehr erfahren Sie auf der Seite zur bariatrischen Chirurgie.

Quellen

Ergebnisse unserer Patienten

Echte Vorher-Nachher-Fotos von Patienten des City Medical Centre. Die Ergebnisse sind individuell.

  • Ergebnisse unserer Patienten: Vorher / NachherVorherNachher
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Häufige Fragen

Welchen BMI brauche ich für eine bariatrische Operation?

Nach der Leitlinie von ASMBS/IFSO aus dem Jahr 2022 wird eine Operation ab einem BMI von 35 empfohlen, bei Typ-2-Diabetes ab 30. Viele Kliniken verwenden weiterhin die älteren Grenzen von 40 oder 35 mit einer schweren Begleiterkrankung. Die endgültige Entscheidung trifft der Chirurg nach der Untersuchung.

Ist eine bariatrische Operation auch mit einem BMI unter 35 möglich?

Manchmal. Bei einem BMI von 30 bis 34,9 kann eine Operation erwogen werden, wenn Sie Typ-2-Diabetes haben oder die nicht operative Behandlung keinen dauerhaften Gewichtsverlust gebracht hat. Für Menschen asiatischer Herkunft gelten niedrigere Grenzwerte. Solche Fälle werden immer individuell beurteilt.

Gibt es eine Altersgrenze für bariatrische Operationen?

Im City Medical Centre werden bariatrische Operationen nur bei Erwachsenen durchgeführt. Eine strenge Altersobergrenze gibt es nicht: Bei älteren Patienten achtet der Chirurg vor allem auf Herz und Lunge, das Narkoserisiko und den erwarteten Nutzen, nicht allein auf das Alter.

Muss ich vor der Operation abnehmen?

Häufig wird in den Wochen vor dem Eingriff eine kurze präoperative Diät empfohlen. Sie kann die Leber verkleinern und macht die Operation sicherer und einfacher. Ob sie nötig ist und wie lange, entscheidet Ihr Chirurg anhand der Untersuchung.

Was kann einer bariatrischen Operation im Weg stehen?

Häufige Gründe sind Schwangerschaft oder eine kürzlich beendete Stillzeit, eine aktive Krebserkrankung, eine akute Erkrankung, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen, Gerinnungsstörungen, eine instabile psychische Erkrankung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch und eine unbehandelte Essstörung. Viele davon verschieben die Operation nur, bis sie behandelt sind.

Hinweis. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Jede Operation hat Gegenanzeigen und Risiken; welche Option für Sie passt, lässt sich erst nach einer ärztlichen Untersuchung sagen.

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