Wer kommt für eine bariatrische Operation infrage: BMI-Kriterien, Kontraindikationen und Untersuchungen
Die bariatrische Chirurgie gehört zu den wirksamsten Behandlungen bei schwerer Adipositas, ist aber nicht für jeden geeignet. Chirurgen berücksichtigen den BMI, gewichtsbedingte Erkrankungen, frühere Abnehmversuche, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Bereitschaft zu lebenslangen Veränderungen. Dieser Artikel erklärt die aktuellen internationalen Kriterien, Gründe für einen Aufschub oder eine Ablehnung, die nötigen Voruntersuchungen und die Wahl der Operation.
Wer für eine bariatrische Operation infrage kommt: die kurze Antwort
Eine bariatrische Operation kommt für Erwachsene infrage, deren Adipositas ausgeprägt ist oder bereits ihre Gesundheit schädigt und die mit Ernährung, Bewegung und medikamentöser Behandlung kein dauerhaftes Ergebnis erreicht haben. Die Entscheidung beruht nie allein auf dem Gewicht.
Der Chirurg betrachtet vier Punkte gemeinsam:
- den Body-Mass-Index (BMI) und wie lange das Übergewicht schon besteht;
- gewichtsbedingte Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe;
- frühere Versuche, ohne Operation abzunehmen, und warum sie nicht von Dauer waren;
- den allgemeinen Gesundheitszustand, das Operationsrisiko und die Bereitschaft, die Essgewohnheiten dauerhaft zu ändern.
Sprechen die meisten dieser Punkte für eine Operation, folgt als Nächstes eine vollständige Untersuchung. Die endgültige Antwort geben danach der Chirurg und das Team, nicht ein Rechner.
BMI-Kriterien in internationalen Leitlinien
Der BMI ist das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Er ist ein grobes Screening-Instrument: Er zeigt nicht, wo das Fett sitzt oder wie gesund der Stoffwechsel ist, hilft aber, Patienten in Gruppen einzuteilen.
2022 haben die American Society for Metabolic and Bariatric Surgery (ASMBS) und die International Federation for the Surgery of Obesity and Metabolic Disorders (IFSO) die langjährigen Kriterien überarbeitet und die Grenzwerte gesenkt. Viele nationale Gesundheitssysteme und Kliniken verwenden weiterhin die älteren, strengeren Grenzen. In der Praxis werden beide berücksichtigt:
| BMI, kg/m² | Leitlinie ASMBS/IFSO 2022 | Ältere, weiterhin verbreitete Kriterien |
|---|---|---|
| 40 und mehr | Operation empfohlen | Operation erwogen, auch ohne weitere Erkrankungen |
| 35 bis 39,9 | Operation empfohlen, mit oder ohne Begleiterkrankungen | Erwogen bei einer schweren gewichtsbedingten Erkrankung |
| 30 bis 34,9 | Empfohlen bei Typ-2-Diabetes; erwogen, wenn die nicht operative Behandlung nicht gewirkt hat | In der Regel nicht erwogen, außer in ausgewählten Fällen |
| 27,5 bis 29,9 (Menschen asiatischer Herkunft) | Kann erwogen werden, da die Gesundheitsrisiken schon bei niedrigerem BMI beginnen | In der Regel nicht erwogen |
Ein Wert in dieser Tabelle ist ein Anlass für ein Gespräch mit dem Chirurgen, kein automatisches Ja. Auf unserer Seite zur bariatrischen Chirurgie beschreibt die Klinik denselben Ansatz: Eine Operation ist in der Regel ab einem BMI über 40 gerechtfertigt oder über 35 bei schweren Begleiterkrankungen, niedrigere Werte werden individuell besprochen.
Begleiterkrankungen, die für eine Operation sprechen
Übergewicht kommt selten allein. Wenn ein Arzt eine Erkrankung mit der Adipositas in Verbindung bringt und eine Besserung durch Gewichtsabnahme erwartet, spricht das für eine Operation. Am häufigsten sind:
- Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes, der schwer einzustellen ist;
- Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte;
- obstruktive Schlafapnoe;
- Fettleber;
- Gelenkschmerzen und Arthrose der Knie und Hüften;
- Krampfadern und Schwellungen der Beine;
- Fruchtbarkeitsprobleme und polyzystisches Ovarsyndrom bei Frauen;
- Reflux, Atemnot und eingeschränkte Beweglichkeit.
Eine Besserung dieser Erkrankungen nach der Operation ist häufig, aber nicht garantiert und von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb gehen die regelmäßigen Kontrollen auch nach dem Eingriff weiter.
Wann von einer Operation abgeraten wird: Kontraindikationen
Manche Situationen schließen eine Operation aus, andere bedeuten, dass sie warten muss, bis das Problem behandelt ist. Der Chirurg wägt jeden Fall ab, doch das sind die üblichen Gründe für ein Nein oder ein Noch-nicht:
- Schwangerschaft oder weniger als etwa sechs Monate seit dem Ende der Stillzeit;
- ein Alter unter 18 Jahren im City Medical Centre (Jugendliche werden nur in spezialisierten Programmen beurteilt);
- eine aktive Krebserkrankung;
- eine akute Erkrankung oder ein Schub einer chronischen Krankheit;
- schwere Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen, die die Narkose zu riskant machen;
- Blutgerinnungsstörungen;
- eine schwere, nicht stabile psychische Erkrankung, aktiver Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder eine unbehandelte Essstörung wie Bulimie;
- die Unfähigkeit oder fehlende Bereitschaft, die Ernährung einzuhalten, lebenslang Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen und zur Nachsorge zu kommen.
Viele dieser Gründe sind vorübergehend. Nach einer Behandlung, einer Stabilisierung oder dem Ende der Stillzeit kann die Frage einer Operation erneut gestellt werden.
Untersuchungen vor der Operation
Eine vollständige Voruntersuchung hat zwei Ziele: sicherzustellen, dass die Operation sicher ist, und den passenden Eingriff zu wählen. Die genaue Liste hängt von Ihrer Gesundheit ab, umfasst aber in der Regel:
- Blut- und Urinuntersuchungen: großes Blutbild, Urinstatus, klinische Chemie, HbA1c (Langzeitblutzucker) und ein Gerinnungstest.
- Apparative Untersuchungen: Röntgenaufnahme des Brustkorbs, EKG, Ultraschall von Bauch und Nieren sowie eine Doppler-Untersuchung der Beinvenen.
- Endoskopie: Eine Magenspiegelung ist Pflicht, um Magen und Speiseröhre zu prüfen; eine Darmspiegelung erfolgt bei entsprechender Indikation.
- Fachärztliche Einschätzungen: Allgemeinmediziner, Endokrinologe, Kardiologe, Psychiater und bei Frauen Gynäkologe.
Bereits vorhandene Befunde können Sie vorab schicken, das verkürzt diese Phase oft. Das Team sagt Ihnen, welche Untersuchungen noch fehlen.
Psychische Bereitschaft und das Leben nach der Operation
Eine bariatrische Operation verändert die Größe des Magens und manchmal den Weg der Nahrung, aber sie ändert Gewohnheiten nicht von selbst. Das Langzeitergebnis hängt weitgehend davon ab, was nach der Entlassung geschieht. Deshalb wird die Bereitschaft ebenso sorgfältig beurteilt wie die körperliche Gesundheit.
Bevor Sie einer Operation zustimmen, lohnt es sich, ehrlich zu prüfen, ob Sie diese Verpflichtungen eingehen können:
- über mehrere Wochen schrittweise von Flüssigem zu Püriertem und dann zu fester Nahrung übergehen;
- kleine Portionen langsam essen und zuckerhaltige Getränke sowie kalorienreiche flüssige Nahrung einschränken;
- Vitamine und Mineralstoffe wie verordnet einnehmen, oft lebenslang;
- regelmäßige Blutuntersuchungen und Kontrollen, besonders im ersten Jahr;
- regelmäßige körperliche Aktivität, sobald der Arzt sie erlaubt;
- vor der Operation mit dem Rauchen aufhören und nicht wieder anfangen.
Die schnelle Gewichtsabnahme bringt auch emotionale Veränderungen mit sich. Manche Menschen brauchen Unterstützung bei emotionalem Essen oder beim Körperbild, und darum zu bitten gehört zur normalen Versorgung und ist kein Zeichen des Scheiterns.
Wie der Chirurg die Operation auswählt
Steht fest, dass ein Patient infrage kommt, stellt sich die Frage nach der Operation. Der Chirurg berücksichtigt BMI, Diabetes und dessen Dauer, Reflux, frühere Bauchoperationen, Essgewohnheiten und die Bereitschaft zu lebenslanger Nahrungsergänzung. Im City Medical Centre sind die wichtigsten Optionen:
- Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie), bei dem der Magen zu einem schmalen Schlauch umgeformt wird;
- Roux-en-Y-Magenbypass, oft bevorzugt bei Typ-2-Diabetes oder ausgeprägtem Reflux;
- Mini-Magenbypass, ein Bypass mit nur einer Verbindung;
- SADI-S, meist bei sehr hohem BMI, schwerem Diabetes oder als zweiter Schritt nach einem Schlauchmagen.
Schlauchmagen und Bypass vergleichen wir ausführlich in einem eigenen Artikel. Wichtig ist hier: Es gibt nicht die eine beste Operation, das Verfahren wird nach der Untersuchung für den einzelnen Patienten gewählt.
Beratung im City Medical Centre
Das City Medical Centre betreut internationale Patienten. Die erste Beratung ist kostenlos und kann online stattfinden: Teilen Sie uns Größe, Gewicht, Gewichtsverlauf, behandelte Erkrankungen und bereits vorhandene Befunde mit. Der Chirurg beurteilt, ob eine bariatrische Operation für Sie geeignet ist, welches Verfahren zu Ihrem Fall passt und welche Vorbereitung nötig ist, und nennt die Kosten, die anschließend im Vertrag festgehalten werden. Ein persönlicher Koordinator begleitet Sie von der ersten Nachricht bis zum Ende der Genesung, und Unterlagen sowie Fragen können Sie per WhatsApp senden. Mehr erfahren Sie auf der Seite zur bariatrischen Chirurgie.
Quellen
- ASMBS — Who is a candidate for bariatric surgery
- NHS — Weight loss surgery
- NIDDK — Definition and facts for bariatric surgery
Ergebnisse unserer Patienten
Echte Vorher-Nachher-Fotos von Patienten des City Medical Centre. Die Ergebnisse sind individuell.
VorherNachher
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Häufige Fragen
Welchen BMI brauche ich für eine bariatrische Operation?
Nach der Leitlinie von ASMBS/IFSO aus dem Jahr 2022 wird eine Operation ab einem BMI von 35 empfohlen, bei Typ-2-Diabetes ab 30. Viele Kliniken verwenden weiterhin die älteren Grenzen von 40 oder 35 mit einer schweren Begleiterkrankung. Die endgültige Entscheidung trifft der Chirurg nach der Untersuchung.
Ist eine bariatrische Operation auch mit einem BMI unter 35 möglich?
Manchmal. Bei einem BMI von 30 bis 34,9 kann eine Operation erwogen werden, wenn Sie Typ-2-Diabetes haben oder die nicht operative Behandlung keinen dauerhaften Gewichtsverlust gebracht hat. Für Menschen asiatischer Herkunft gelten niedrigere Grenzwerte. Solche Fälle werden immer individuell beurteilt.
Gibt es eine Altersgrenze für bariatrische Operationen?
Im City Medical Centre werden bariatrische Operationen nur bei Erwachsenen durchgeführt. Eine strenge Altersobergrenze gibt es nicht: Bei älteren Patienten achtet der Chirurg vor allem auf Herz und Lunge, das Narkoserisiko und den erwarteten Nutzen, nicht allein auf das Alter.
Muss ich vor der Operation abnehmen?
Häufig wird in den Wochen vor dem Eingriff eine kurze präoperative Diät empfohlen. Sie kann die Leber verkleinern und macht die Operation sicherer und einfacher. Ob sie nötig ist und wie lange, entscheidet Ihr Chirurg anhand der Untersuchung.
Was kann einer bariatrischen Operation im Weg stehen?
Häufige Gründe sind Schwangerschaft oder eine kürzlich beendete Stillzeit, eine aktive Krebserkrankung, eine akute Erkrankung, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen, Gerinnungsstörungen, eine instabile psychische Erkrankung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch und eine unbehandelte Essstörung. Viele davon verschieben die Operation nur, bis sie behandelt sind.
Sie haben eine Frage zu Ihrem Fall? Kostenlose Beratung
Senden Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer, und ein Koordinator ruft Sie zurück. Fotos und Fragen können Sie auch per WhatsApp schicken.
- Die Erstberatung ist kostenlos, auch online möglich
- Der Arzt nennt den Preis nach der Untersuchung, er wird im Vertrag festgeschrieben
- Ein persönlicher Koordinator begleitet Sie von der ersten Nachricht bis zur Genesung
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